Wohnen im Alter – chronologischer Ablauf

Rückblick und Nachlese

wie es begann

es begann im Jahre 2019 im Herbst. Der Rehmgarten war eingeweit. Alle haben das Gebäude bewundert – außer die Bürger, die direkt dahinter Ihre Gärten und Häuser hatten. Und nach einem halben Jahr war leider das erwartete Cafe oder Restaurant mit Fördeblick immer noch nicht für alle zu besuchen. Aber man hatte die ersten Insiderinformationen und bis auf die hohen Mietpreise und das kein Platz mehr frei war, schien alles so wie gewünscht  —  oder ?

Das mit dem Platz. Ursprünglich hatte das abgerissene Altersheim mal 90 Pflegeplätze. Leider hatten die Alsterdorfer Anstalten wenig in Modernisierung und Erhalt investiert. So waren diverse Räume schon nicht mehr benutzbar gewesen. Am Ende vielleicht um die 70 Zimmer. Jetzt waren es 31 Pflegeplätze und 2 Wohngruppen a 12 Personen. Also 55 Pflegeplätze. Und daneben in dem Gebäude die attraktiven betreuten Wohnungen, aber fast 1600 € für 50m² war für viele Rentner mit normaler Rente nicht bezahlbar. So war der Andrang am Anfang nicht ganz so groß und die Regelung, dass in einer Anfangszeit Heikendorfer ein Erstzugriffsrecht haben, lief nur für eine gewisse Zeit. So kam es, dass auch einige Senioren aus anderen Städten die Chance nutzen konnten.

Als sich im Herbst 2019 eine Arbeitsgruppe Wohnen im Alter im Seniorenbeirat bildete, wurde dies und viele andere Details aufgenommen, um die Ist-Situation möglichst exakt zu beschreiben.

Und hier soll das, was erkannt, für notwendig befunden und erreicht oder nicht erreicht wurde, zum Nachlesen präsentiert werden.

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Als erstes die wichtige Frage, was wollen Sie und Sie und Sie, also möglichst natürlich was wollen alle. Aber so eine Umfrage über eine Beilage im Heikendorfer Anzeiger wird natürlich nicht von jedem Senioren ausgefüllt und eingesteckt oder übergeben. Aber fast 150 Antworten gaben schon sehr viele interessante Einblicke und auch einige Überraschungen.

Wer will kann in den Ergebnissen blättern (Bildergalerie) . Das Wichtigste für uns, sowohl Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung als auch Mieter wollen nicht unbedingt in Ihrer bisherigen Wohnung alt werden. Auch wenn einige beide Lösungen als möglich ansehen, sind etwa die Hälfte für alt werden in der eigenen Wohnung und die andere Hälfte möchte lieber in eine kleinere betreute Wohnung umziehen und dort alt werden

Wenn man eine Vorstellung hat, was gewünscht wird, kann man Konzepte für eine Lösung entwickeln. So ergab sich die erste Ausarbeitung, die zum einen die Demographie betrachtete und dann welche Lösung sich wohl die Wünschen, die eine kleinere Wohnung fürs höhere Alter wünschten und dann natürlich, wo so etwas eventuell möglich wäre:

Altersstruktur

Betreutes Wohnen

mögliche Standorte

Wenn man sich mit den demographischen Auswirkungen beschäftigt, darf man leider die mit dem Alter zunehmende Pflegebedürftigkeit nicht vergessen. Da gab es zum einen eine Pflegebedarfsprognose des Kreises Plön aus dem Jahr 2013 und zum anderen den Samtgemeindeentwicklungsplan aus 2017. Aus beiden Unterlagen konnte man eine erste grobe Pflegebedarfsprognose für Heikendorf erstellen, da etwa 27,7 % der über 80 Jährigen nach Statistik pflegebedürftig werden und davon wiederum im Kreis Plön bisher 35,1 % stationär gepflegt wurden. Diese erste Auswertung zeigte einen Bedarf von etwa 140 stationären Pflegeplätzen und wurde an die Fraktionen verteilt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Mit einem Klick auf das Bild, wird diese erste Auswertung als pdf angezeigt.

Auf der einen Seite war der Arbeitsgruppe Wohnen im Alter klar, dass diese Prognose verfeinert werden musste. Auf der anderen Seite konnte man daraus aber schon konkrete Notwendigkeiten ableiten.  Und da parallel die Wünsche der Seniorinnen und Senioren in einer Umfrage festgestellt wurden, ergab sich bereits eine erste Vorstellung, was zur Lösung dienen könnte. Das etwas weiter unten. Vielleicht sind die Ergebnisse der Umfrage für Sie auch interessant:

Umfrage des Seniorenbeirates zur Wohnsituation und den Wünschen der Bürger ab 60 Jahren

Ausgewertet wurden ca. 150 Fragebogen, die von etwas mehr Frauen ausgefüllt wurden als es dem Gesamtverhältnis entspricht (64% statt 56% Anteil der Bürgerinnen in Heikendorf). Die Altersverteilung zeigt eine stärkere Beteiligung zwischen 71 und 85 Jahren. Sehr erfreulich ist, dass sich bei 105 Antworten auf diese Frage 91% fit genug fühlen, die nächsten mindestens 5 Jahre in der eigenen Wohnung wohnen zu können. Leider sind aber nur 25% der Wohnungen altengerecht hergerichtet. Der Seniorenbeirat sieht hier eine Hilfestellungsnotwendigkeit der Gemeinde, um bei der Herrichtung zu beraten, Zuschüsse zu beantragen etc, damit die Bewohner auch wirklich so lange, wie möglich in ihrer jetzigen Wohnung verbleiben können.

Die Beantworter lebten zu 42% alleine und zu 66% mit einem Partner zusammen. Ganz wenige in einer Wohngemeinschaft oder bei Kindern/Freunden.

Von denen, die zur Miete wohnen (33%) möchten später etwa die Hälfte in betreutes Wohnen, in eine Wohngruppe oder ins Altersheim, wobei der Seniorenbeirat diese Formen zusammenfasst als Umziehen in eine seniorengerechte Einrichtung. Ebenfalls möchte etwa die Hälfte mit ambulanter Pflege in der Wohnung bleiben. Bei beiden Antworten gab es Mehrfachantworten, die aufzeigten, dass man sich noch nicht für eine der Formen entschieden hat.

Von denen, die im selbstgenutzten Haus oder Eigentumswohnung wohnen (66%), wollen auch etwa die Hälfte in eine seniorengerechte Einrichtung umziehen. Mit den Mehrfachnennungen ist hier der Trend zum Wohnen bleiben mit ambulanter Pflege etwas stärker. Bei den zur Miete wohnenden gibt es mehr Interessierte, die eine Wohngemeinschaft oder das Zusammenziehen mit anderen erwägen (etwa 17%). Zu Freunden oder zu den Kindern wollen nur bis 5% ziehen.

Da ja leider auch im fortschreitenden Alter die Möglichkeit einer Pflegebedürftigkeit entstehen kann, war gerade wegen des neuen Pflegeheimes am Rehmgarten und eventueller weiter Notwendigkeiten die Finanzierungsmöglichkeiten einer Pflege indirekt über den Betrag, der „über ist“ abgefragt worden. Mit einer normalen Miete dürften die Kosten von etwa 3000 € in einem Pflegeheim nur diejenigen tragen können, die entsprechende Gelder zurückgelegt haben, wie etwa 25% von denen die zur Miete wohnen, oder mehr als 1000 € im Monat über haben. Das sind nur 7%. Das sieht bei den Eigentumbesitzern besser aus. Da ist zwar weniger Geld angespart, aber fast 44% haben mehr als 1000 € über und 51% erwägen, für die Kosten einer Pflege ihr Haus/Wohnung zu verkaufen.

Aus diesem Ergebnis hat der Seniorenbeirat den Anspruch an die Gemeinde abgeleitet, für einen einfacheren Übergang und einen geringeren Verkaufsdruck von Häusern mehr betreutes Wohnen zur Miete zu schaffen und ein weiteres Pflegeheim/Servicezentrum mit geringerem Eigenanteil einzuplanen. Es müssten dort auch Senioren mit einem Einkommen in Höhe des Grundbetrages aufgenommen werden können, die heute evtl. nur in Dietrichsdorf oder Kiel eine Lösung finden.

Aus parallel mit der Verwaltung erarbeiteten Zahlen über die wahrscheinlichen Pflegefälle in den Jahren ab 2025 ergibt sich mindestens ein zusätzliches Haus, wie der jetzige Rehmgarten. Darum hat der Seniorenbeirat bei der Gemeinde beantragt, eine gemischte Wohnanlage mit Pflegeheim, frei finanzierten betreuten Wohnungen und geförderten betreuten Wohnungen für kleinere Einkommen (bis 1700 bzw. bis 2800 € Einkommen/Monat) und diesen Einkommensgruppen vorbehalten, zu schaffen.

Und da damals die Schlosskoppel von der BImA mit Reduzierung des Kaufpreises um 25.000 € für jede geschaffene Sozialwohnung angeboten wurde, entstand folgender Ansatz:

Blick von der Schlosskoppel auf die Förde                         Schlosskoppel von oben

Ziel ist, 1/3 frei finanziert und 2/3 gefördert, wobei die max. Miete ohne Nebenkosten für 1/3 der geförderten Wohnungen dann 6,10 €/m² wäre. Um nicht, wie früher bei dem Altersheim am Langen Rehm oder derzeit in Mönkeberg von den  Gewinnstreben eines Investors abhängig zu sein, der nach 20 Jahren bei Auslaufen der Bindung das Objekt gewinnmaximierend verkauft, strebt der Seniorenbeirat eine genossenschaftliche Lösung an, bei der dann den Heikendorfer  Mitgliedern der Genossenschaft das Pflegeheim mit Wohnungen gehört. Wegen der Entfernung von 1250m zum Zentrum würde dort ein Ruf-Fahrdienst eigerichtet werden müssen.

Da das ein von Allen im Seniorenbeirat unterstützter Ansatz war, wurde  beim Bürgermeister beantragt, die Schlosskoppel für die Schaffung von Pflegeplätzen und betreuten Wohnungen zu kaufen.

Anlage zum Schreiben.

 

 

 

Am 13.11.2019 hat der Gemeinderat das Thema das erste Mal angerissen und beschlossen, die Details bis zur Gemeinderatssitzung am 11.12. in den Ausschüssen zu erörtern.

Der Bürgermeister wollte mit der BImA sprechen, wir haben noch eine genauere Spezifizierung der zu bauenden Wohnungen und Gebäude geliefert, um eine Grundlage für die BImA Preiskalkulation zu haben, aber es hat nie ein Ergebnis gegeben. Es gab scheinbar wenig Begeisterung, diesen Ansatz zu verfolgen. Damals war der Seniorenbeirat noch nicht so schlau, konkrete Anträge zu stellen, über die abgestimmt werden muss.

Aber es wurden Gespräche mit den in Heikendorf vertretenen Parteien geführt, die sich alle sehr positiv für ein Angehen der Demographie Problematik äußerten, aber keinen konkreten Plan hatten.

Ein Lichtblick schien der Antrag der FDP und CDU zu sein, eine

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